Winterzeit ist Bockbierzeit

 

LUST AUF EINEN BOCK?

Das Bockbier findet immer mehr Anhänger in Bierwelt. Für mich persönlich ist es das wohl passendste Bier für die aktuelle Jahreszeit. Durch den unglaublich kräftigen Körper, den höheren Alkoholgehalt, wärmt dieser Bierstil den Genießer nicht nur von innen auf, sondern zeigt ein unglaublich spannendes und komplexes Biererlebnis im Geschmack.

Jedoch weniger bekannt ist, dass das Bockbier keine bayerische Erfindung ist. Es stammt aus Norddeutschland.  Bereits 1351 wurde in Einbeck ein sehr kräftiges Bier gebraut, das wegen seiner hervorragenden Qualität bis nach Bayern exportiert wurde. Das Bier war aufgrund seines hohen Alkoholgehalts länger haltbar und bestach durch seine besonders süßen und süffigen Geschmack. Das Bier „nach einpöckscher Brauart” wurde so auch in Bayern bekannt. Später wurde dieses besondere Bier einfachkeithalber  nur noch Bock genannt.

Das Aussehen eines Bockes ist sehr unterschiedlich. Aufgrund der unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten der Malze kann die Farbe von goldgelb (Maibock) bis zu dunklem Kastanienbraun (Doppelbock, Eisbock) reichen.

Auch die Trübung des Bieres ist abhängig von der Filtration des Bieres bzw. der Gabe von ober- oder untergärigen Brauhefe geschuldet. Es gibt daher obergärige und untergärige Böcke.

Einen rein weißen Schaum sieht man bei Bockbieren eher selten. Cremefarbenen Schaum in allen Nuancen ist bei einem Bockbier zu sehen.

Der Geschmack des Bockbieres lässt sich  allgemein als vollmundig beschreiben. Die Hopfenaromatik steht bei diesem Bier in der Regel nicht im Vordergrund. Es gibt durchaus eine zarte Herbe aufgrund geringer Gaben eines Bitterhopfens, jedoch ist diese nur latent ausgeprägt. Im Gegensatz dazu kann die Aromen-Vielfalt des Malzes sich hier klar in den Bieren behaupten. Klassische Aromen sind beispielsweise: Honig, Trockenobst und Süßholz die durch den Einsatz des verschiedenen Malze entstehen können.

Teilweise wird das Bockbier, in diesem Fall vor allem die Doppelböcke oder Eisböcke – nochmals besonders veredelt. Durch die Lagerung der Bockbiere in vorbelegte Holzfässer, beispielsweise Rotwein, Cognac oder Whisky können sich nochmals ganz andere Aromen in den Bieren entfalten. (Vanille-, Whisky-, Barriquenoten)

Das Bockbier ist ein wunderbarer Speisenbegleiter. Jedoch sollte man darauf achten, dass die Speisen eine kräftigte Note und Geschmack besitzen. Ein Bergkäse oder Blauschimmelkäse passt wunderbar zu einem dunkeln Doppelbock. Ein dunkler Weizenbock und Ziegenkäse mit Honig lässt mein Herz immer schwach werden. Und zu einem schönen Sonntagsbraten eignet sich hervorragend ein dunkler oder heller Bock.

Auch zum Kochen eignen sich die Böcke hervorragend. Als Aufguss über einen Schweinekrustenbraten, als Bratensoße, aber auch als Grundzutat eines Biertiramisus oder Apfelküchleteiges.

Die Trinktemperatur des Bieres hängt dabei ein wenig von seinem Alkoholgehalt ab. Einen normalen Bock würde ich bei 8-10 Grad genießen, einen Doppelbock bei 10-12 Grad, und einen Eisbock bei12-14 Grad –  da sich nur so das komplette Aromaprofil des Bieres entwickeln kann.

 

 

 

BOCKBIER  
Biergattung: Starkbiere
Stammwürze in % : Bock: mind. 16%

Doppelbock: mind. 18%

Alkoholgehalt: Bock: ca. 6%

Doppelbock: über 7%

Bierart: Untergärig: Bock, Doppelbock, Fastenbock (Hell und Dunkel)

Obergärig: Weizenbock, Weizendoppelbock, Eisbock (Hell und Dunkel)

Charakteristik: Vollmundig, goldfarben, goldbraun oder dunkelbraun
Trinktemperatur: 8 und 14 Grad Celsius – je nach Sorte und Alkoholgehalt
Glas: Bockbierglas, Steinkrug, Verkostungsglas
Speisen: Käse, Braten, Grillspezialitäten, Desserts
Besonderheit: Eisbock – Essenz eines Bockes, Alkoholgehalt bis zu 65%

 

Der Bock für das Raclette an Silvester steht schon kalt – ich hab Lust auf Bock.

 

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